spuren des lebens

Lebensweisheit

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen


Friedrich Schiller.

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Berufliches

Wie ich schon auf der Seite „Persönliches“ geschrieben habe, begann meine berufliche Laufbahn etwas später als normal, da ich ja 2 Jahre in der HTBL verplempert habe. Ich war Lehrling im Beruf Elektromechaniker bei Ing. Hans Rodler in Graz. Diese Firma beschäftigte sich mit medizinisch technischen Geräten und war vorallem mit Geräten zur Diagnostizierung und Heilung bei Gehirntumoren mit über 70 Patenten sehr erfolgreich. Daneben wurden auch Massagegeräte aller Art gebaut.
Nach meinem Lehrabschluss wechselte ich zunächst in die Baubranche zur Fa. Kurt Hefel. Der suchte einen Elektromechaniker um alle Arten von Geräten, die am Bau verwendet wurden, zu reparieren. Die Palette reichte von Mischmaschinen aller Arten, Beton-Rüttelflaschen bis zu Winkelschleifer, Bohrmaschinen etc. Daneben handelte sie noch mit Turmdrehkränen und Schalelementen und wir mussten die Kräne aufstellen und abbauen, die Schalelemente verladen, teilweise zur Baustelle transportieren und dort die Arbeiter einschulen.
Nach drei Jahren wechselt ich zur Fa. Otto Anders. Ein Handelsbetrieb der sich hauptsächlich auf Profi-Elektrowerkzeuge spezialisiert hatte. Da war mein Aufgabengebiet ebenso die Reparatur von Elektrowerkzeugen wie Winkelschleifer, Bohrmaschinen, Bohrhämmer udglm. (hauptsächlich Fein).
In diesem Zeitrahmen bewarb ich mich beim Magistrat Graz, Abteilung Feuerwehr der Stadt Graz. Nach einer Aufnahmeprüfung konnte ich dann endlich am 1.9.1978 meinen ersten Dienst antreten.
Das war natürlich ein Meilenstein in meinem Leben. Der Anfang war schon recht hart, war ich doch den Schichtdienst nicht gewohnt. Wir hatten 24 Stunden Dienst und anschließend 24 Stunden frei. Das ging immer so dahin, d. h. ich wusste schon im Jänner, ob ich am Heiligen Abend, oder zu Silvester Dienst hatte. Im Laufe der Jahre bekamen wir sogenannte dienstfreie Tage zugesprochen. Diese waren meist das Resultat von Einsparungen beim Personal. Da musste natürlich der Rest diese Arbeit mitmachen. Zuerst waren es 2 Tage pro Monat, zum Schluss schon 5. Trotzdem hatten wir am Schluss noch eine monatliche Arbeitszeit von 265 Stunden.
Da waren die Brandsicherheitsdienste noch nicht miteingerechnet, denn dafür bekam man gesondert bezahlt. Fast die halbe Dienstmannschaft war an ihrem freien Tag eingeteilt zu diesen Diensten, im Opernhaus, Schauspielhaus, Orpheum, Probebühne, Zirkussen usw.
Es war eine schöne Zeit, tolle Kollegen, eine verschworene Gemeinschaft. Mussten sie auch sein. Bedingt durch unseren Dienst, war ich mit ihnen beinahe mehr zusammen, als mit meiner Familie. Jeder war irgenwie vom anderen, im Einsatz, abhängig. „Passt du auf meinen Hintern auf, pass ich auf deinen auf“. Wir hatten damals schon an die 5000 Alarme und Einsätze pro Jahr, das ergibt grob 13,6 Alarme pro Tag.
Bei diesen war alles dabei, was man nur irgendwie von der Feuerwehr erledigen lassen konnte. Vom Kätzchen im Baum und am Hausdach, bis zu Bienenschwärme fangen, Kanalverstopfungen beseitigen, Wohnungen aufsperren (damals mussten wir das noch durch einen eigenen Schlüsseldienst), aufräumen nach Verkehrsunfällen, Kochgut am Herd vergessen, Brandmelderalarme, bis zu jenen, die einem wirklich an die Nieren gingen. Das waren dann Kellerbrände oder sonst grosse und schwere Brände, schwere Verkehrsunfälle, Selbstmorde usw.
Am schlimmsten waren immer Brände oder Unfälle mit Toten und noch schrecklicher waren Unfälle bei denen Kinder beteiligt waren. Das bekam ich oft lange nicht aus meinen Gedanken. In meiner Dienstzeit gab es noch kein Kriseninterventions-Team. Da mussten wir uns gegenseitig helfen. Wir haben uns das buchstäblich „von der Seele geredet“. Wie gesagt, es waren schöne und weniger schöne Zeiten dabei und wir haben auch viele schreckliche Dinge gesehen, die mir manches mal heute noch in den Sinn kommen.
Von 2001 bis 2004 war ich dann zum Dienst in der Brandmeldezentrale eingeteilt. Der pure Stressjob, für mich eine „Beinahe-Katastrophe“. Zu zweit in einem Raum praktisch eingesperrt, 12 Telefone zu bedienen, 4 Monitore beobachten, telefonieren, weiterverbinden, Notruf abheben, Alarmierung veranlassen, Brandmelder-Alarm abwickeln, telefonieren, telefonieren, telefonieren 24 Stunden.
Auch als Ausgleich, und um meine Arbeit in der EDV korrekt und zukunftsorientiert machen zu können, musste ich mich weiterbilden. Hier waren es vor allem BFI-, WIFI- und Volkshochschulkurse zum Thema Computer. Das war Anfangs recht schwierig, denn diese Kurse waren am Abend und jeden Tag, ich aber hatte jeden 2. Tag Dienst. So musste ich mir immer einen Kollegen suchen, der in der Zeit, in der ich im Kurs war, für mich meinen Dienst gemacht hat. Natürlich habe auch ich diese Zeit für ihn dann Dienst machen müssen.
Aber ich habe viel gelernt und mit der Praxis in der EDV-Abteilung, so mir das Rüstzeug, für meine eigene Computerfirma, erarbeitet.
Die habe ich dann im Jahre 2000 gegründet. Als sogenanntes EPU (Ein Personen Unternehmen) gibt es eine Reihe von Tätigkeiten wie: PC reparieren, Viren und Trojaner entfernen, Netzwerke einrichten und warten. Am liebsten programmiere ich oder „baue“ Webseiten, denn da kann man so herrlich grafisch kreativ sein. Leider habe ich aber durch die vorgenannten Tätigkeiten dazu fast zu wenig Zeit.